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Mehrgenerationen­quartier Stöcklimatt, Hitzkirch

Neubau von 92 Wohnungen und ergänzenden Dienstleistungen; Koordinationsstelle Spitex, Therapieräume, Gesellschaftsraum und KITA | 1. Preis selektiver Wettbewerb, 2020



Der Projektvorschlag sieht drei Baukörper vor, welche die drei Bauetappen abbilden. Das Ensemble gliedert sich um einen geräumigen, zentralen Aussenraum, welcher sich an die Herrenmattstrasse adressiert und als Dreh- und Angelpunkt des Quartiers fungiert. Die Hauptzugänge der Neubauten liegen am Hof, welcher öffentlicher Treff- und sozialer Mittelpunkt des Ensembles ist und auch Bewohner aus der Nachbarschaft einladen soll. Folgerichtig gliedern sich darum die halböffentlichen Erschliessungen der zweiten und dritten Etappe in Form von Laubengängen. Während im Innern der Bebauung die Freiräume die grösste Öffentlichkeit aufweisen, werden in der das Ensemble umfliessenden grünen Klammer die privaten und siedlungsorientierten Nutzungen angeordnet. Sämtliche Gebäude sind ab dem Erdgeschoss in Holzbauweise konzipiert - sie bilden den ausdrucksstarken, aber ruhigen Rahmen für ein dem Massstab angemessenes Wohnen und lassen eine Vielfalt an Wohnungstypen zu.


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In Zusammenarbeit mit:
Atelier Arpagaus Sommer Zarn
Schläpfer Carstensen Landschaftsarchitekten

Verfahren: selektiver Wettbewerb 2020
Auszeichnung: 1. Preis
Kategorie: Wohnungsbau
Auslober: GV Chrüzmatt Hitzkirchertal
Projektseite: Siedlung Stöcklimatt
Organisation: Büro für Bauökonomie


[PDF] Seetaler Bote - 200312

[PDF] Luzerner Zeitung - 200310





Städtebau

Das Dorfbild von Hitzkirch wird geprägt vom Zentrum mit der markanten Klosterkirche und anschliessenden, durchgrünten Siedlungsflächen, welche an der Peripherie durch grössere Freiflächen, Weiden und Äcker, unterbrochen und gegliedert werden. Eine solche Grünfläche ist die zu bebauende Stöcklimatt. Sie liegt am Übergang zwischen einem nordwestlich angrenzenden Mehrfamilienhausquartier und südöstlich liegenden Einfamilienhäusern. Der Projektvorschlag sieht drei Baukörper vor, welche die drei Etappen abbilden. Das Ensemble gliedert sich um einen grosszügigen, zentralen Hof, welcher sich an die Herrenmattstrasse adressiert. Die Hauptzugänge der Neubauten liegen am Hof, welcher öffentlicher Treff- und Mittelpunkt des Ensembles ist und auch Bewohner aus der Nachbarschaft einladen soll. Folgerichtig gliedern sich darum die halböffentlichen Erschliessungen der zweiten und dritten Etappe in Form von Laubengängen. Die zentral erschlossene ersten Etappe weißt beidseitig eine adäquate Loggiaschicht auf. Auf und am Hof wird es damit eine Menge zu sehen geben, Begegnungen und das Gemeinschaftsgefühl werden durch dieses übergeordnete, räumliche Konzept bewusst begünstigt. Privatheit und Ausblicke bieten die Häuser über die vom Hof abgewandten Seiten.

Etappierung

Die Bedeutung der Aussenräume geht mit der schrittweisen Etappierung der Anlage einher. Die erste Etappe schafft durch die Anbindung zur Chrüzmatt neue Aufenthaltsqualitäten im Nordosten. Im Westen wird die erste Etappe mit dem Kiesplatz und den Bäumen gefasst. Im Süden schafft der Baumhain ein Gegenüber und einen Filter zur Nachbarschaft. Mit dem Bau der zweiten Etappe entsteht der gemeinschaftlich genutzte, identitätsstiftende Hofraum. Im Westen begleitet sie die ökologische Freihaltezone und stärkt deren Qualitäten. Mit der Ergänzung durch die dritte Etappe mit einem markant tieferen, pavillionartigen Gebäude wird der bauliche Übergang zur benachbarten kleinmassstäblicheren Bebauungsstruktur des Einfamilienhausquartiers geschaffen.

Häuser und Wohnungen

Die erste Etappe weißt die grösste Gebäudetiefe auf, um im Erdgeschoss die gemeinschaftlichen Räume aufnehmen zu können. Ein breiter Mittelgang mit den Vertikalerschliessungen und zwei seitliche Eingangshallen gliedern das Erdgeschoss und bilden die programmatischen Raumgruppen mit Spitin, Gemeinschaftsraum, Therapieräumen und Kita aus. Im 1. Obergeschoss liegt hofseitig ein grosszügiger Aufenthaltsbereich mit Gemeinschaftswaschküche. Bestimmend für die Wohnungstypologie war die Absicht, mit einem Minimum an Flurflächen auszukommen. Nahezu quadratische Wohn- Essbereiche mit davor liegender Loggiaschicht prägen das Raumgefüge. Seitlich daran angegliedert liegen die Schlafzimmer mit den Nasszellen, welche diskret über einen kleinen Vorraum erreicht werden und damit Tag- Nachtbereiche schaffen. Die zweite Etappe etabliert eine schlanke Wohnzeile mit Laubengang-Erschliessung. Die Gebäudetiefe ermöglicht allen Wohnungen das sogenannte “Durchwohnen“. Laubengang und Loggia fördern ein Verweilen im Aussenraum, wahlweise zum Hof oder gegen Westen zum Grünraum und zur übrigen Nachbarschaft hin. Aussparungen im Laubengang schaffen Diskretion in den Essbereichen und verbessern die Tageslichtversorgung. Die dritte Etappe vermittelt zwischen den fünfgeschossigen Bauetappen und den angrenzenden Einfamilienhäusern. Typologisch an Reiheneinfamilienhäuser angelehnt, bestehen die ersten beiden Geschosse aus familienfreundlichen Maisonette-Wohnungen. Darüber kommt ein Geschoss mit Zweizimmer-Studios zu liegen, welches sich für ältere Bewohner und Single-Haushalte eignet.

Tragstruktur und Materialisierung

Die Baukörper sind in Holzbauweise konstruiert mit dem grundlegenden Konstruktionsprinzip bestehend aus primären und sekundären Holzbalkenträgern. Die Primärträger gliedern die Baukörper in jeweils gleich grosse Felder. Sie durchlaufen die Baukörper in Querrichtung und werden an den Fassaden sichtbar. Über Holzstützen sowie Holzständerwänden werden die Kräfte nach unten geleitet. Betonierte Erschliessungselemente und durchgehende Wandabschnitte sorgen für eine horizontale Aussteifung. Die durchlaufenden und sichtbaren Primärträger unterstützen das Konzept des „Durchwohnens“ in Etappe 2 und 3. Beim tiefen Baukörper der Etappe 1 wird das System an der Mittelzone gespiegelt. Die Sekundärträger überspannen die Deckenfelder im Innen- und Aussenraum (Loggien und Laubengang). So wird die Konstruktion unmittelbar sichtbar und zum grundlegenden Gestaltungselement der Fassade. Die horizontal durchlaufenden Loggia- und Laubengangschicht gliedert die Baukörper horizontal. Hinterlüftete Fassadenelemente in Holz bilden die opaken Fassadenteile. Gemeinsam mit den Holzfenster gliedern sie die flächigen Fassadenteile. Die privaten und halbprivaten (Laubengang) Aussenräume sind gänzlich in Holz gehalten. Abschluss finden die Baukörper in einer Kaltdachkonstruktion mit leicht auskragenden, filigranen Dächern.

Freiraumgestaltung

Die drei Neubauten bilden ein Ensemble mit dazwischen gelagerten, platzartigen Freiräumen und einem durchgrünten, U-förmig verlaufenden Siedlungsrand. Das Hauptgebäude mit Spitex-Dienstleistungen und Kita-Betrieb bildet den Drehpunkt der Siedlung. Das öffentlich gehaltene Erdgeschoss ist allseitig zugänglich. Von der Herrenmattstrasse führ ein baumbestandener Kiesplatz den Besucher zu dessen Eingang. Zwischen den Bauten der zweiten und dritten Etappe sowie dem östlich situierten Haus Aabach kommen hofartige, gemeinschaftlich gestaltete Spiel- und Aufenthaltsbereiche zu liegen. Diese sind grösstenteils baumbestanden und als durchgängig gehaltene Kies- und Asphaltflächen ausgebildet. Sie gehen fliessend ineinander über. Mit Hilfe der von Westen in die Siedlung geführten Erschliessung wird die zentrale Mitte gestärkt. Dort stehen auch der gedeckte Gemeinschaftsbereich und der Brunnen. Beide Elemente bilden den Abschluss des grossen Kiesplatzes, der zur Herrenmattstrasse mit einer Sitz- und Liegemauer einen Auftakt beim Siedlungseingang bietet. Dank der daraus gewonnenen Terrain-Erhöhung können in diesem Bereich Baumpflanzungen über der Tiefgarage vorgenommen werden. In der Siedlungsmitte, zwischen dem Hauptgebäude und dem Wohngebäude der dritten Etappe, liegt der zentrale Hartplatz. Ein baumbestandenes Betonpodest bildet sowohl Bühne als auch Tribüne im Zusammenspiel mit der Asphaltfläche. Auf der Ostseite wird ein weiterer Kiesplatz eingefügt der auf die Bedürfnisse des Kita-Betriebs (Kleinkinder-Spielplatz) und Mitarbeiter des Spitex-Betriebs ausgelegt ist. Die Siedlung wird durch eine Klammer aus unterschiedlich genutzten Grünräumen gefasst. Während der innere Hofbereich eine hohe Öffentlichkeit vorweist, wird der Siedlungsrand zu Gunsten der privaten und halböffentlichen Erholung ausgerichtet. Entlang der Gebäude verlaufen linear gehaltene Betonpodeste mit Rasenflächen, welche als private Aussenbereiche genutzt werden können. Gemeinschaftlich gehaltene Stauden- und Pflanzflächen bilden einen Übergang zum schlaufenartig durch die Siedlung geführten Spazierweg. Dieser wiederum schafft eine Grenze zu den extensiv gestalteten Wiesen- und Grünflächen, die in Form lichter Wildhecken der Biotop-Vernetzung und natürlich geführten Regenwasser-Entsorgung dienen. Sied bieten zudem einen siedlungsbezogenen Erholungsraum, der on den Kindern in Beschlag genommen werden kann.







| Situationsplan
Situationsplan
| Erdgeschoss mit Umgebung
Erdgeschoss mit Umgebung
| Grundriss 1. Obergeschoss
Grundriss 1. Obergeschoss
| Grundriss Dachgeschoss
Grundriss Dachgeschoss